Zentralstrasse 60
2501 Biel
1961 - 1966: Erstellung (Max Schlup)
2002: Sanierung (Rolf Mülethaler Architekten)
Das Kongresshaus ist ein national anerkanntes Kulturgut und unbestritten das Wahrzeichen, oder wie es Stadtwanderer Benedikt Loderer nennt, die "Kathedrale" Biels. Das Meisterwerk des Architekten Max Schlup wurde 1966 in der Zeit des Wirtschaftswachstums und eines zukunftsorientierten Optimismus eröffnet. Die damalige Gesellschaft pflegte ein intensives Vereinsleben und betrieb die vielfältigen Räumlichkeiten im Sinne eines allgemein zugänglichen Stadthauses, einer "maison urbaine".
Im Laufe der Zeit haben sich das Publikum und die Nutzung des Kongresshauses gewandelt. Bereits mit der Ölkrise 1973 und den schweren Folgen für die in Biel wichtige Uhrenindustrie und dem damit einhergehenden schweren Bevölkerungsrückgang konnte die Stadt den grossen Ambitionen des Kongresshauses kaum mehr standhalten. Die ursprünglich als Begegnungsorte gedachten Bereiche, wie das grosszügige Foyer, die Galerie, die Vereins- und Workshopräume, stehen der breiten Öffentlichkeit nicht mehr offen.
Unter den heutigen Bedingungen hat sich das Kongresshaus weit von den Werten einer "maison urbaine" entfernt.
An der "Esplanade du Palais des Congrès" auf dem ehemaligen Gaswerkareal entsteht zurzeit ein wichtiger Begegnungsort mit Zentrumscharakter. In der Überbauung "Esplanade Nord" etabliert sich, neben Wohnungen an attraktiver Lage und dem neuen Hotel, nach und nach ein breites Dienstleitungsangebot und trendige Gastrolokale.
Das Bauwerk geniesst einen hohen denkmalpflegerischen Status von nationaler Bedeutung. Nicht nur die gewagte Architektur machen die Exklusivität der Anlage aus. Die einmalige Kombination der verschiedenen Nutzungen, das räumliche Erlebnis der inneren Verkehrswege oder die Eleganz des Konzertsaales machen aus dem Kongresshaus einen Zeitzeugen von überregionaler Bedeutung.
Mit der 2025 gestarteten Pilotnutzung «FullViel» soll die ursprüngliche Vision der "maison urbaine" in der heutigen Zeit getestet werden. Dabei geht es darum, die heute räumlich und zeitlich undefinierten Bereiche neu zu bespielen und die Begegnungsorte einem breiteren Publikum zu öffnen.
Art der Besichtigung: Führungen in Gruppen
Anmeldung: erforderlich
Gruppengrösse: maximal 15
Treffpunkt: vor dem Eingang
Sunday, 11:00-12:00 - Thomas Kessler, Architekt, Mitglied der Projektgruppe "FullViel"Delphine Faehndrich, Fachstelle Denkmalpflege der Stadt Biel, Christian Stucki, Abt. Hochbau, Leiter Projekte
Sunday, 14:00-15:00 - Thomas Kessler, Architekt, Mitglied der Projektgruppe "FullViel", Delphine Faehndrich, Fachstelle Denkmalpflege der Stadt Biel, Christian Stucki, Abt. Hochbau, Leiter Projekte
Sunday, 15:30-16:30 - Thomas Kessler, Architekt, Mitglied der Projektgruppe "FullViel", Delphine Faehndrich, Fachstelle Denkmalpflege der Stadt Biel, Christian Stucki, Abt. Hochbau, Leiter Projekte
Ab Bahnhof Biel in 10 Minuten zu Fuss
oder Bus 2, 3, 4, 9 bis "Kongresshaus / Palais de Congrès"
Zentralstrasse 60
2501 Biel