Glockenstrasse 3-5b
3018 Bern
1749 Erstellung Speicher
1842 Erstellung Ischenschmidhof und Stöckli
1908 Erweiterung Ökonomieteil
1952 Umbau Wohnstock, Burgergemeinde der Stadt Bern, in eigener Rechnung
2021 - 2025 Gesamtsanierung und Umbau, ARGE urech architekten ag und Overhage & Roggo Architekten AG
Immobilien Stadt Bern
Massivbau: wam planer und ingenieure ag
Holzbau: indermühle bauingenieure htl/sia
Nutzende: Stiftung B
Die Glockenstrasse 3, 5 und 5b liegt gemäss der Denkmalpflege der Stadt Bern nahe eines Kirchbezirks, der schon seit der Römerzeit als besiedelt gilt. Dies wurde auch 1996 bei der Renovation und den Grabungen des zu Bibliothek umgenutzten «Bienzgut» bestätigt, als ein vorgängiger Gutshof (1.-4. Jahrhundert n. Chr.) mit seinen Fundamentresten teilweise freigelegt wurde. Der sogenannte Isenschmidhof an der Glockenstrasse 5 ist nach der letzten Betreiberfamilie benannt und wurde 1842 als Riegkonstruktion über den Fundamenten eines Vorgängerbaus errichtet. Der nordwestseitige Ökonomieteil wurde 1908 nach einem Brand durch einen überdimensionalen Querbau in Rieg und Sichtbackstein erweitert. Heute bildet die Gebäudegruppe aus den ehemaligen Bauernhöfen «Bienzgut» und «Isenschmidhof» sowie der angrenzenden Kirche mit dem Pfarrhaus eine Insel innerhalb des agglomerierten, städtisch geprägten Gebiets von Bümpliz. Der Wert des Ensembles liegt nicht nur in den historischen Hofsituationen und der großzügigen Begrünung, sondern auch in seiner kulturellen Bedeutung als zentraler Zeuge des früheren Bauerndorfs. (Inventarblatt Ensemble, Denkmalpflege Stadt Bern).
Mit dem 2020 angestossenen Beschluss zur Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Bauernbetriebs als sozio-kulturelles Zentrum mit Wohn- und Arbeitsnutzung wurde durch die lokal tätige gemeinnützige «Stiftung für Bümpliz, Bethlehem, Bottigen, Riedbach» (kurz Stiftung B) der Grundstein für ein Kultur- und Gewerbezentrum im Herzen von Bümpliz gelegt. Als Ensemble aus drei Einzelgebäuden um einen gemeinsamen Hofraum bietet das ehemalige Bauerngut beste Voraussetzungen für das im Juni 2025 eröffnete, soziokulturelle Projekt. Eingewachsen in das umgebende Stadtgefüge, spannt das historische Gebäudeensemble einen zentralen Ort auf, welcher als öffentlich genutzter Raum, hohes Potenzial aufweist, Treff- und Begegnungsort im Quartier zu werden. Angeschlossen an die neue Fussgängerverbindung «Generationenweg» vermittelt der Hof zwischen Park und Stadt.
Ausgehend vom identitätsstiftenden Aussenbereich, stellt die Neunutzung des einstmaligen Landwirtschaftsgutes die Belebung dieses einzigartigen Hofraumes ins Zentrum und nutzt das ehemalige Tenn als zentralen Zugangsraum mit Kaffeebar. An der Schnittstelle zwischen Bauernhaus und Querbau, ermöglicht der hohe Raum zweiseitig den Aussenraum zu bespielen und zudem die darüberliegenden Nutzungen auch visuell mit der öffentlichen Zugangsebene zu verbinden. Die ehemalige Tenndurchfahrt bietet so eine interaktive Plattform für den Austausch zwischen Kulturschaffenden und Besuchern. Die unmittelbar dem Tenn zugeordnete neue Vertikalerschließung gewährleistet hindernisfreien Zugang zu nahezu allen Bereichen der Kunst- und Ateliernutzung und ermöglicht kurze Wege innerhalb der Gebäudestruktur. Gemeinschaftsräume wie Essküchen, Loungebereiche wie auch Zweiteingang und Treffpunkt im «Hochtenn» sind über diese zentrale Treppe verbunden. Vielfältige Sichtbezüge vereinfachen die Orientierung für Nutzer und Besucher und fördern dank der offenen Raumstukturen den sozialen Austausch. Das Kultur und Gewerbezentrum ist zudem mehrseitig zugänglich, damit auch abseits der erwarteten Betriebsamkeit im Hof die verschiedenen Nutzungen erreicht werden können. Der überdachte Bereich unter der Hochzufahrt ermöglicht, im neuen «Kulturgut» Gruppen zu empfangen. Darüber hinaus können größere Veranstaltungen im offenen «Hochtenn» und Multifunktionsraum stattfinden. Die historische Tennauffahrt erlaubt zudem einfache Anlieferung für alle Veranstaltungs- und Atelierräume. Die vom öffentlichen Bereich zugänglichen Galerien an der West- und Ostseite bieten ergänzend, Möglichkeit, Passanten und Besucher über die Veranstaltungen und die Arbeit der Kulturschaffenden zu informieren.
Um die Aktivität und Vielfalt der kulturellen Nutzung zu fördern, wurde im Projektvorschlag besonders auf die Bereitstellung vieler vermietbarer Atelierflächen Wert gelegt. Unter Wahrung der historisch geprägten Bausubstanz wurden den Ateliers gute und vielfältige Außenbezüge ermöglicht. Gestützt auf die historische Analyse (Untersuchungsbericht von Nussli Restauratoren) konnte die Ostfassade, ähnlich wie die Nordfassade, mit Holzlamellen geöffnet werden, um eine gleichmäßige Belichtung und eine freiere Anordnung der Geschosse zu ermöglichen. Diese neue Filterschicht lässt die Aktivitäten in den Atelierräumen auch vom Hof aus wahrnehmbar werden und belebt den Raum abends wie eine Laterne.
Da die Westfassade des Ökonomietraktes durch die bestehenden, historischen Fensteröffnungen der Sichtsteinmauer vorgegebene hohe Räume aufweist, wurde der Ausbau dieses Gebäudeteils als «Split-Level»-Bau konzipiert. Die Ateliers wurden als hölzerne Raumkuben mit großzügigen Fensterflächen entwickelt und stapeln sich zwischen den tragenden Elementen des beeindruckenden Heustocks. Diese modularen Einheiten sind statisch und akustisch voneinander getrennt, können jedoch bei Bedarf über Vorräume miteinander verbunden werden, um unterschiedliche Nutzungsformen und Flächenangebote zu ermöglichen. Durch den Einsatz standardisierter Elemente und modularer Installationen wurde die wirtschaftliche Fertigung und nachhaltige Flexibilität berücksichtigt. Mithilfe von gezielt verteilten Glasziegeln und Dachöffnungen sind auch die Atelierräume im Dachbereich gut belichtet. Die Terrassen der darunterliegenden Geschossen bieten interessante Außenräume. Abgelöst vom imposanten Holztragwerk und mit den von den gefilterten Fassaden und dem weiten Dach zurückgesetzten Raumschichten und Terrassen der modularen Einbauten, lassen sich sowohl Tragsystem, Dimension und Geschichte des grossen Raumkontinuums trotz Ausbau und Neunutzung weiterhin ablesen. Nebst dem Einbau von Ateliers und gemeinschaftlich nutzbaren Raumstrukturen wurden die bestehenden Wohnungen sowohl im historischen südlichen Wohntrakt des Hauptgebäudes wie auch im Stöckli mit denkmalpflegerischer Sorgfalt den heutigen Wohn- und Komfortbedürfnissen angepasst.
Kunstraum Bern Bümpliz
VITA B - die genial inklusive CafeBar
KulturGut, Glockenstrasse 3-5b - Stiftung B
Art der Besichtigung: Führungen in Gruppen und individuelle Besichtigung
Anmeldung: erforderlich
Gruppengrösse: maximal 15 Personen
Treffpunkt: im Hof
Öffnungszeiten VITA B - die genial inklusive CafeBar:
Samstag 12:00 bis 17:00, Sonntag 10:00 bis 16:00 Uhr
Öffnungszeiten Kunstraum Bern Bümpliz:
Samstag 10:00 bis 16:00
Samstag, 14:00-18:00
Samstag, 14:00-14:45 - Philippe Urech, Beat Overhage
Samstag, 15:00-15:45 - Philippe Urech, Beat Overhage
Samstag, 16:00-16:45 - Philippe Urech, Beat Overhage
Samstag, 17:00-17:45 - Philippe Urech, Beat Overhage
Diverse Verbindungen bis "Bümpliz Post"
Glockenstrasse 3-5b
3018 Bern