Könizstrasse 161
3097 Liebefeld
1900 - 1960 Bau
2001 - 2013 Renovation und Erweiterungsbauten
2008 Aufstockung Kassenbauhalle
2011 Aufstockung Wohlfahrtsgebäude
2013 Aufstockung Industriehalle
Das Areal, auf dem die Firma Vidmar während nahezu eines Jahrhunderts Kassenschrankanlagen produziert hat, fasziniert mit seiner schnörkellosen Industriearchitektur aus der Zeitspanne von 1900 bis 1960. Das Konzept von Renovation und Erweiterungsbauten klärte die Erschliessungen, bereinigte die Strukturen und erhält dabei die Geschichte in jedem Winkel der Anlage spürbar.
Die Gebäude wurden mit gezielten Eingriffen auf die neue Herausforderung getrimmt. Aus der ehemaligen Fabrik entstand eine Plattform für Handwerk und Dienstleistung sowie für Freizeit und Kultur. Mit dem Einbau der 2. Spielstätte des Stadttheaters avancierten die Vidmarhallen definitiv zu einem der lebendigsten Kulturtreffpunkte in Bern.
Impulsgebend für das Aufkommen der kreativen Atmosphäre in den ehemaligen Industriehallen waren sowohl die hohe Gestaltungsfreiheit als auch der identitätsstiftende Charakter des Bestandes. Um diese langfristig zu erhalten, bedurfte es einer spezifischen, architektonischen Haltung. Entsprechend wurde während der Umbauphase grossen Wert darauf gelegt, die charakteristischen Details der Industriearchitektur beizubehalten.
2008 wurde die ehemalige Kassenbauhalle durch eine zweigeschossige Aufstockung erweitert. Die beiden neuen Geschosse stehen für Büro- und Dienstleistungsnutzung zur Verfügung. Im Rahmen der Aufstockung wurde der gesamte Gebäudeteil gegen Erdbeben ertüchtigt. Der schlichte Kubus wurde als Leichtbaukonstruktion konzipiert. Der Körper erhielt eine vorgehängte Fassade aus Aluminiumblech. Die beiden Längsseiten wurden vollverglast als Pfosten-Riegel-Fassade ausgeführt.
Das "Wohlfahrtsgebäude" erhielt 2011 eine eingeschossige Aufstockung. Die Erweiterung wurde volumetrisch konsequent aus der Geometrie des Bestandsgebäudes abgeleitet und in der Sprache der Aufstockung auf der Kassenbauhalle von 2008 gestaltet. Es entsteht eine spannende Dualität. Die Differenzierung von Alt und Neu erfolgt über den Materialwechsel der Fassade. Der neue Baukörper wurde als Stahlkonstruktion konzipiert und zeichnet sich durch eine präzise Detailausbildung aus. Die vorgehängte Fassade aus Aluminiumblech wurde verdeckt montiert.
2013 wurde die Industriehalle durch eine zweigeschossige Aufstockung erweitert. Der neue Baukörper nimmt sich farblich und volumetrisch stark zurück. Er integriert sich in die Dachlandschaft des Vidmar-Areals. In Anlehnung an die industrielle Vergangenheit des Areals wurde die Fassade umlaufend in Welleternit ausgebildet. Aufgrund des geringen Gewichts wurde die Aufstockung als Holzrahmenbau konzipiert. Die beiden Bürogeschosse werden durch einen grosszügigen Luftraum und eine freie Treppe miteinander verbunden. Die neuen, hellen Arbeitsräume wurden im Sommer 2013 durch die Rykart Architekten AG bezogen.
Art der Besichtigung: Führungen in Gruppen, keine individuelle Besichtigung
Anmeldung: nicht erforderlich (first come, first served)
Gruppengrösse: maximal 25 Personen
Treffpunkt: Lista Office LO in Bern
Führungen durch Architekturstudierende der Berner Fachhochschule
Bus Nr. 17 bis "Hardegg Vidmar" oder Bus Nr. 10 bis "Liebefeld, Hessstrasse"
Könizstrasse 161
3097 Liebefeld